Mittwoch, 19. Juli 1995
Heute morgen, gut geschlafen, um 7 h aufgewacht. Flem brauchte heute morgen am längsten, er lag noch im Bett, als die dritte Person schon am Duschen war. Um viertel nach acht haben wir das Haus verlassen, bezahlt hatten wir schon am Vorabend, um noch etwas zu frühstücken und den Zug um 9:18 h zu bekommen. Wir wollten nach Roscoff fahren und von dort auf die Insel.
Am Bahnhof stellten wir fest, das der Zug erst um 9:40 h fährt, also warteten wir und frühstückten in Ruhe. Danach reservierten wir für Sonntag den TGV von Morlaix nach Paris. Der Zug nach Roscoff hatte zehn Minuten Verspätung.
Endlich angekommen, haben wir uns nach dem Abfahrtsort der Fähre nach „Ile de Batz“ erkundigt. Es waren keine Fähren, es waren umgebaute Kutter. Die Überfahrt hat 14 Fr gekostet. Drüben angekommen wollten wir erst einmal etwas essen, aber wir fanden es besser, erst einmal die Sachen in die Jugendherberge zu bringen. Dort sagte man uns entweder, daß wir die Sachen im Zelt unterstellen könnten, bis wir Abends ein Zimmer bekämen, oder, daß wir im Zelt (Massenzelt) übernachten müßten. Wir wissen es nicht genau, wir haben ihn nicht so recht verstanden. Jedenfalls verwahrten wir die Sachen im Zelt, denn die Rezeption machte erst um 18:30 h wieder auf.
Dann gingen wir mit dem Plan umher, den wir uns zuvor gekauft hatten und fanden ein kleines Lokal, indem man etwas essen konnte und wo außerdem noch ein Kicker stand. Dort haben wir teures Essen bekommen, aber was will man auf einer Touristen-Nepp-Insel erwarten.?!
Wir haben uns dort noch den ganzen Nachmittag vergnügt. Als wir feststellten daß hier auf der Insel kein Supermarkt, sondern nur teure Geschäfte existieren, haben wir beschlossen, daß wir abreisen. Wir haben unsere Sachen aus dem Zelt geholt und sind zurück nach Roscoff.
Hier wußten wir überhaupt nicht, was wir machen sollten und haben erst einmal einen Crêpe gegessen. Der hat uns aber auch nicht weiter gebracht. War auch noch teuer.
Auf dem Weg zum Bahnhof, eigentlich war schon beschlossen, daß wir nach Morlaix fahren, haben wir überlegt, ob wir nicht gleich nach Brüssel fahren.
Am Bahnhof haben wir auf den Zug gewartet. Der kam nicht. Malte sagte, der nächste käme um 17:05 h und hat dabei übersehen, daß damit ein Bus gemeint war. Den haben wir dann natürlich verpaßt. Also hatten wir weitere zwei Stunden Zeit, um den letzten Bus zu bekommen. Wir haben uns dann überlegt, daß wir für ein paar Tage nach Paris fahren und von dort direkt nach Amsterdam. Wir werden also nicht in Brüssel halten.
Markus und ich sind noch in den Supermarché der Stadt gegangen (wir haben tatsächlich einen gefunden). Den Bus haben wir bekommen.
Ach so: Die TGV-Reservierung wollten wir noch zurückgeben, in Roscoff konnte sie aber nicht entgegengenommen werden, da der Computer abgestürzt war.
In Morlaix hatten wir auf einen früheren Zug als 23:37 h nach Paris gehofft, aber Fehlanzeige.
Als wir in Morlaix angekommen sind, haben wir erst einmal unsere Sachen eingeschlossen und haben uns auf die Suche nach`ner Pizzaria gemacht. Wir sind bestimmt `ne dreiviertel Stunde umher gerannt und haben überall gefragt, bis wir einen pinkelnden Mann getroffen haben, der uns lallend erzählte „Links, nachdem ihr geradeaus gegangen seid“. Pizza hat gut geschmeckt, Klobrille ist immer hin und her gerutscht.
Danach haben wir uns noch das Dorffest angeschaut. Eine Stunde standen wir bei großartigen Clows `rum, überall gab es noch Musik. Danach sind wir zurück zum Bahnhof gegangen, gesessen, Flem ist auf`s Damenklo gegangen und hätte fast 5 Franc für ein Taschentuch an uns bezahlt, weil er kein Klopapier hatte. Schade, schade…